Das Museum des Heimatverein Medicus / Geschichtliches

Bestandsaufnahme

Wohnhaus
Das Wohnhaus ist in einem baulich sehr schlechten Zustand, Dach und Außenfassade sind heruntergekommen und dringend sanierungsbedürftig. Ein Dachfenster hat keine Scheiben mehr so dass es hereinregnete und das seit Jahren. Die Vordächer - eine Besonderheit der Hanauer Fachwerkhäuser – sind völlig zerstört und müssen vollständig ersetzt werden.

Dachgeschoss
Am Dach sind mehrere Dachsparren und Pfetten zu ersetzen, die hintere Giebelwand hatte sich wegen eines Dachständers für die elektrische Zuleitung, durch den Zug der Leitung um über 30 cm nach außen geneigt, eine Dachpfette hat deswegen keine Auflage mehr. Das Dach besteht aus Biberschwänzen einfach gedeckt, wovon mindesten 70 % defekt sind, einschließlich der Firstziegel. Schindeln sind nur noch wenige vorhanden, deshalb auch die hohen Schäden an Dachgebälk und Bodendielen. Die Fenster in den Giebelwänden sind defekt oder nicht mehr vorhanden. Boden und Giebelputz muss erneuert werden.

Obergeschoss
Das OG ist bewohnt, deshalb waren an den Fenstern und Läden Veränderungen vorgenommen worden. Es waren die ursprünglichen Stichbogen- Balken an den Fenstern entfernt worden, damit rechtwinklige, wärmedämmende Fenster eingebaut werden konnten, die Läden sind angestückelt um den nun rechtwinkligen Fensterausschnitt zu decken. Der Raum, der Bad, WC und Küchenspüle enthielt muss ausgekernt und so umgestaltet werden, dass Wasser und Abwasser sinnvoll verlegt und für eine kleine Kaffeeküche und einen WC-Raum genutzt werden können. Im ursprünglichen Schlafzimmer ist ein breites Fenster eingebaut gewesen, dabei sind eine Fachwerkstütze zwei Streben und die entsprechenden Lehmgefache entfernt worden. Um die Außenfassade wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen müssen diese Veränderungen unbedingt zurückgebaut werden. Im Flur sind, als Abschluss, Einbauschränke und eine Glaswand eingebaut, der Fußboden war mit mehreren Schichten Stragula und Teppichboden bedeckt, so dass erst bei der Erneuerung des Fußbodens erkannt worden war, dass die darunter liegenden Holzdielen stark wurmbefallen und durch den Luftabschluss verrottet sind, sie müssen aus statischen Gründen ersetzt werden. Die elektrische Anlage entspricht nicht den Bestimmungen der VDE 0100 und muss fast vollständig ersetzt werden. Beheizt war die Wohnung mit Holz/Kohle- Öfen, wobei die Anschlüsse nicht mehr sicher erschienen. Der Speicheraufgang muss aus Wärmeschutzgründen doppelt mit Brettern verschalt und isoliert werden.

Erdgeschoss
Das EG war unbewohnt, deshalb sind in der Küche Wasser- und Abwasserleitungen offen über Decke und Wände verlegt – ein unhaltbarer Zustand. Im Wohnzimmer (Stube) ist eine Werkstatt eingerichtet, der Fußboden ist völlig durchgefault und die vorhandene Stuckdecke besteht nur noch aus Fragmenten Der Fußboden in Küche und Flur ist betoniert. Die Fenster sind fast ausnahmslos beschädigt. Im Stübel, dem Kinderzimmer, ist eine neue Decke eingebaut worden, damit das darrüberliegende Schlafzimmer genutzt werden konnte, die Untersicht endet mit einem Zwischenboden. Die elektrische Anlage entspricht nicht den Bestimmungen der VDE 0100 und muss vollständig ersetzt werden. Beheizbar war nur die Küche mit dem Kochherd und das Wohnzimmer mit einem kleinen Holz/Kohleofen. Bei der Treppe zum Obergeschoss hatte sich eine Wange so verzogen, dass einige Tritte keine Auflage mehr haben, sie muss mit Spannschrauben provisorisch gesichert werden und sollte baldmöglichst repariert bez. ersetzt werden.

Keller
Hier hatte sich im Laufe der 200 Jahre durch den Gebrauch als Vorratskeller für Kartoffel und andere Lebensmittel eine Erdschicht von ca. 20 cm angesammelt, die wegen der Geschosshöhe abgetragen werden muss. Außerdem ist der Wasseranschluss und die gesamten Wasserleitungen verrottet, sie müssen ersetzt werden.

Ökonomiegebäude
Zwischen Wohnhaus und Ökonomiegebäude ist eine Dunggrube und ein Misthaufen, vermutlich in den 30er Jahren, errichtet worden. Die Grube ist undicht und entleert sich teilweise auch in den Keller des Wohnhauses. Ein Plumpsklo neben der Grube ist so baufällig, dass es nur noch abgerissen werden kann. Die hinter der Miste gelegenen Schweineställe stammen offenbar noch größtenteils aus der Zeit um 1797. Das Dach, das auch das „Häuschen“ deckte, ist völlig zerstört und muss komplett erneuert werden. Die Außenfassade des Ökonomiegebäudes ist in sehr schlechtem Zustand, der Putz ist teilweise abgefallen. Holzjalousien für die Tabaktrocknung sind verfault. Die Verbretterung des Vorbaus auf den Giebelseiten ist nur noch fragmentarisch vorhanden. Ein Teil ist durch ein altes Holztor provisorisch zugestellt. Das Tor zum Garten und die Stalltüren sind verrottet und nicht mehr zu reparieren. Das Scheunentor hat noch Löcher von Granatsplittern aus dem zweiten Weltkrieg, die nicht repariert worden waren. In einem Raum, der als Hühnerstall und zeitweilig als Hundestall genutzt worden war, ist das Erdreich durch die Einwirkung des Hühner- und Hundekots bis zu einem halben Meter Tiefe verseucht. Es muss abgetragen werden.

Stall
Im Stall ist ein Futterkeller vorhanden, dessen Decke völlig zerstört ist. Futtertröge und Fressgitter sind neuerer Bauart. Die Decke ist eine Stahlträgerkonstruktion mit schräg gestellten Deckensteinen, die Steine sind mit einem Blumenmuster verziert, die Decke ist an einigen Stellen defekt, der Überbeton ist längs der Träger gerissen, damit ist die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet.

Vorbau und Scheune
sind mit Brettern (20 mm ungehobelt) gedeckt, die total verwurmt und verrottet sind. Sicheres Begehen ist nicht mehr möglich. Neue Dielung ist unbedingt erforderlich.

Dach
Es sind mehrere Sparren und eine Pfette durch Wassereinwirkung verrottet. Die Vermauerung der Pfetten Auflagen ist stellenweise beschädigt. Ein Dachfenster ist völlig ohne Glas. Die vorhandene Dacheindeckung ist eine Mischbestückung verschiedener Typen Falzziegel und Biberschwänzen, die meisten sind nicht mehr wiederverwendbar. Ziegel und Firstziegel müssen komplett ersetzt werden.

Ernst Decker

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