Strohschuhe · Gewinnung des Maisstrohs

Welschkorn laifle

Welschkorn laifle

Maisstroh ist vielleicht eine irreführende Bezeichnung. In Wirklichkeit handelt es sich um das Umblatt des Maiskolbens, der Frucht also. Es muss sauber und möglichst hell in der Farbe sein, darf keine Flecken und möglichst nicht von Dreschmaschinen zerrissen worden sein.

Deshalb muss es nach "alter Väter Sitte" von Hand gewonnen werden.

So werden die Kolben von Hand ausgebrochen und auch von Hand vom Umblatt befreit - der Dialektausdruck dafür ist " Welschkorn laifle" - Bevor es nun zur Herstellung von Strohschuhen taugt, muss es erst lange getrocknet werden - dies geschieht unter mehrmaligem Wenden auf dem Heuboden im "Hans-Michel-Hus". Mais - oder Welschkornstroh ist ein naturbelassener Werkstoff, er ist sehr z äh und abriebfest und damit, anders als Getreidestroh, sehr gut geeignet für die Herstellung von Strohschuhen. Der Name Welschkorn rührt daher, dass man die Herkunft den "Welschen" zuschrieb. Als "Welsche" galten die romanischen Völker (Italiener, Franzosen usw.) Ursprünglich kommt der Mais aber aus Mexiko, wo er schon 5000 v.Chr. angebaut worden war und schon bei er Entdeckung Amerikas über den ganzen Amerikanischen Kontinent verbreitet war.

Ernst Decker